|
|
Alleine
quer durchs isländische Hochland
Immer Sommer 1997 erfüllte ich mir meinen
Jugendtraum: In vier Wochen durchquerte ich Island von Ost nach West per
Fahrrad.
Das waren 1080 km (davon nur 250 km asphaltiert), 28 Bach- und
Flussdurchquerungen und etliche Stunden alleine im Sattel.
Angefangen hat alles mit Arne Krötzingers
Buch "Allein durch Island per Fahrrad", welches mich
bereits mit
14 Jahren gefesselt hat und nicht mehr los lies, bis ich seinen Spuren
folgte. Island war eine der besten Erfahrung die ich bisher machte und die ich nicht missen möchte. Tagelang
Stein-, Sand-, Aschewüsten, Vulkane, heiße Quellen, Geysire, aktive
vulkanische Gebiete, endlose Weite, Landschaften wie auf dem Mond - eine
Landschaft, die einem in ihrer Kargheit völlig einnimmt.
Wetter. Allerdings sollte man
wissen, was einem erwartet. Die Isländer sagen, es gibt kein schlechtes
Wetter nur schlechte Kleidung. Dem kann ich mich nur anschliessen,
vergesst die Handschuhe und Mützen nicht: einen obligatorischen
täglichen Regenschauer, ständig Seiten- oder Gegenwind (ich weiss auch
nicht, was ich falsch machte, aber Rückenwind hatte ich nie), und auf der
Hochebene 5 bis 10 Grad im Sommer incl. einem kurzen Schneeschauer.
|
|
|
|
Den ersten Abschnitt meiner Radtour wählte
ich von dem Fährhafen Seydisfjördur aus, über dem Myvatn-See (sehr
lohnendes geo-thermisches Gebiet), nach Akureyi (schöne Kneipen, und
etwas vom isländischen high-life am Wochenende).
 Radler
Bekanntschaften [185.49 KB]
Das Abenteuer: Zur Durchquerung des isländischen
Hochlandes wählte ich die Sprengisandurroute, welche noch nicht so stark
befahren ist wie die Kjölurroute mit weniger als zehn Autos am Tag. Nur den
Aufstieg über das Ejyafjördur kann ich nicht wirklich weiterempfehlen.
Dieser ist wegen den
beiden langen Steigungen mit 20% nur schwerlich zu fahren oder teilweise nicht
schiebbar. Auch hatte ich allein die ganze Vollausstattung (ca. 52 kg) zu
transportieren mit Verpflegung für neun Tage im Hochland fernab von jeglicher
Zivilisation.
Dann heisst es erst das ein Teil des Gepäcks hochtragen, und dann das
Fahrrad hochschieben.
Tipp von böhlertours: Schickt ein Teil des Essens mit dem
Hochlandbus nach Nydalur in der Mitte voraus (ca. EUR 10 bis 15
für 10 - 15 kg). Allerdings habe ich davon erst später erfahren.
Die heissen Quellen von Landmannalaugar lohnen einen Umweg, genauso ein
paar Tage auf der Vestmännerinsel
Heimnaey mit Wanderungen auf den Vogelfelsen. Reykjavik am Wochenende mit
seinen ganzen Kneipen und Livebands stellt für mich inzwischen ein Muss da!
 Heimaey
Ausbruch 1973 [421.32 KB9
Anschließend umrundete ich mit Beatrix die Insel in 2 1/2 Wochen per Auto
(4.200 km), um noch die letzten Ecken wie den schönen einsamen Nordosten
und die tiefen Fjorde des Nordwestens der Insel kennen zulernen.
Eines ist sicher, wir kommen wieder.
|
|
|
|
Island muss nicht unerschwinglich sein,
zwar ist es das teuerste Land der Welt, aber mit dem Zelt in der
freien Wildnis, einem Gaskocher mit vielen Tütensuppen und einem
verringerten Alkohol- und Schokoladenverbrauch durchaus finanzierbar.
Anreise: Außer mit der einzigen Fähre,
SmyrilLine, ab Hanstholm oder Bergen kann man gut mit
Iceland-Air nach USA fliegen (je nach Saison und Angebote zw. EUR 300 bis
EUR 450) und kostenlos drei Wochen in Island einen Zwischenstopp einlegen. Auf
der Insel gibt es verschieden Bustickets (z. B. drei Wochen auf der
Ringstraße, von der aus man die eindrucksvollsten Gebiete gut erreicht, liegt um die EUR
280).
 Jokurlsarlon
Gletschersee [88.90 KB]
P.S.: Ich wünsche Euch viel
Spass in Island und hoffe Euere Reiselust geweckt zu haben. Weiteres wie Fotos, Tipps, Karte etc.
sind in der Entstehung. Detaillierter individuelle Tipps gebe ich
Euch gerne. Sendet mir bitte eine E-Mail an: mail @ fika .de mit
Euerer Telefonnummer.
|
|